So funktioniert die Servolenkung

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Zum Glück gibt es die Servolenkung! Wer vor 30 Jahren auf der Strasse unterwegs war, weiss welchen Segen diese Erfindung ist. Doch wie funktioniert sie eigentlich? Im wesentlichen unterscheidet man zwischen der elektrischen und hydraulischen Servolenkung. Wir erklären dir beide Bauarten – einfach und verständlich.

Die Geschichte der Servolenkung

Die Servolenkung soll dir mit geringerem Kraftaufwand eine leichtere und direktere Lenkung ermöglichen. Die Geschichte beginnt bereits 1926 als Francis W. Davis, ein Ingenieur für Lastwagen bei Pierce Arrow, mit der Forschung an einer unterstützenden Lenkung begann. Nach der erfolgreichen Entwicklung der ersten Servolenkung, wechselte der Ingenieur zu General Motors (GM) und verbesserte die hydraulische Servolenkung weiter.

Allerdings stempelte der Hersteller eine Weiterentwicklung als zu kostenaufwendig ab und legte weitere Entwicklungen auf Eis. Im zweiten Weltkrieg stieg die Nachfrage nach Lenkhilfen aufgrund schwerer, gepanzerten Fahrzeugen erneut, da diese ohne Lenkhilfe kaum zu steuern waren.

1951 brachte Chrysler den ersten Pkw mit hydraulischer Servolenkung auf den Markt, die auf den Plänen von Davis basierten, die bereits 25 Jahre zuvor gezeichnet wurden. In den darauffolgenden Jahren wurde diese neue Technologie laufend weiterentwickelt, bis später auch noch die elektrische Servolenkung erfunden wurde.

Die hydraulische Servolenkung

Die Servopumpe ist das zentrale Bauteil einer hydraulischen Servolenkung, sie regelt den Volumenstrom des Hydraulikkolbens. Lenkst du deinen Wagen nach rechts befördert die Servopumpe das Öl  des Hydrauliksystems in die entsprechende Kammer (links oder rechts) des Hydraulikkolbens und unterstützt so deine Lenkbewegung.

Den höchsten Druck erreicht eine Kammer des Hydraulikkolbens, wenn der Lenker voll in eine Richtung einschlägt. In diesem Moment wird der komplette Volumenstrom in den entsprechenden Kammer geleitet, ohne dass das Öl zurückfliessen kann.

Fährst du wieder geradeaus fliesst das Öl zurück in den Behälter, es herrscht folglich kein Druck im Hydraulikkolben, da bei Geradeausfahrt keine Servounterstützung benötigt wird.

Vorteile:

Es sind keine störungsanfällige elektronische Bauteile vorhanden, welche die Lenkung beeinträchtigen können. Im Fall eines Defekts oder Schaden sind die Ursachen schnell erkennbar und die Bauteile einfach auszutauschen.

Die elektronische Servolenkung (EPS)

Die elektronische Servolenkung ist eine Weiterentwicklung der hydraulischen Bauart. Sie ersetzt die Hydraulik durch einen elektrischen Motor, der mittels Sensor die Lenkbewegung des Steuerrades registriert und auf das Lenkgetriebe überträgt.

Im Falle einer mechanischen Beschädigung, etwa bei einem Unfall, kann kein Öl austreten, da das elektronische Lenkgetriebe lediglich mit Fetten geschmiert wird. Stattdessen bewirkt ein Elektromotor die Überlagerung der mechanischen Lenkbewegung durch den Fahrer mit einer unterstützenden Hilfskraft.

Vorteile:

Mit einer elektrischen Servolenkung  spart man Sprit, im Vergleich zu einer hydraulischen Lenkung verbraucht man rund 0,25 Liter weniger Benzin auf 100 Kilometer. Zudem lässt sich die elektronische Lenkung mit weiteren Assistenzsystemen, wie z.B. Einparkhilfen, überlagern.

Was wenn die elektrische Servolenkung ausfällt?

Damit du weiterhin die Oberhand über dein Auto behältst, existiert eine physische Verbindung zwischen Lenkrad und Lenkstange. Fahrzeuge, die konstruktionsbedingt sehr schwergängige Lenkungen haben (z. B. Lkw mit zwei gelenkten Vorderachsen), haben gewöhnlicherweise zwei Servopumpen, um einen Totalausfall zu vermeiden.

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