Warum ist der Preis für Diesel in der Schweiz teurer?

Jeder der bereits einmal im Ausland auf der Strasse war hat es bestimmt schon einmal bemerkt. Oftmals wird in Deutschland, Frankreich, Italien etc. Diesel günstiger verkauft als herkömmliches Bleifrei 95. In der Schweiz sind die Kosten für die beiden Kraftstoffarten genau umgekehrt verteilt. Das führt dazu, dass in der Schweiz nur rund 29% der Personenwagen mit Diesel unterwegs sind. In Deutschland sind es rund 33% aller immatrikulierten Fahrzeuge. Gesamteuropäisch sind es sogar 44%. Man bezahlt hierzulande bis zu 15 Rappen mehr für Diesel als für Bleifrei 95.

Wieso? Wir klären auf!

Ein Grund dafür sind einerseits die Steuern. Die Schweiz besteuert Diesel mit ca. 88 Rappen pro Liter Treibstoff. Das sind 3 Rappen mehr als Tankstellen für Bleifrei 95 berappen müssen.

Doch der Preis an der Tankstelle wird vor allem durch Angebot und Nachfrage am Mineralöl-Spotmarkt in Rotterdam bestimmt. Beispiele dafür sind Kälte in Amerika oder Abschaltung von AKWs in Japan. Eine Öl-Heizung arbeitet nämlich auch mit Diesel. Doch wieso ist Diesel an europäischen Tankstellen so viel günstiger?

Im Ausland ist die Besteuerung für Diesel und Bleifrei genau umgekehrt, dort wird für Diesel 18 Cent pro Liter weniger verlangt als für Bleifrei 95. Das führt dazu, dass im Ausland auch mehr Diesel-Autos herumkurven als bei uns in der Schweiz.

Wieso ist der Diesel im nahen Ausland günstiger?

Dahinter steckt die Industrie. Tiefere Diesel-Abgaben sollen dazu führen, dass mehr Lastwagen auf den Strassen herumrollen, um die Industrie so zu fördern. Ein herkömmlicher Lastwagen fährt fast ausschliesslich mit Diesel und auch kleine Sattelschlepper sind fast ausschliesslich mit Diesel unterwegs.

Diesel schädigt die Gesundheit, weniger die Umwelt

Dass Bleifrei und Diesel sowohl Umwelt als auch Gesundheit schädigt steht ausser Frage. Doch welchen Kraftstoff sollte man wählen, um möglichst klimafreundlich unterwegs zu sein?

Während Diesel vor allem die Gesundheit schädigt, schädigt Bleifrei 95 eher die Umwelt. Diesel verbrennt zwar bis zu 10 Mal mehr Stickoxide (NOx) als herkömmliche Benziner, jedoch verbrennt der Diesel-Motor bis zu 20% weniger Kohlendioxid (CO2). Beide Schadstoffe sind ungesund. Während Stickoxide vor allem für Menschen gefährlich sein können, belastet Kohlendioxid die Umwelt.

Umwelttechnisch ist der Diesel-Motor also nicht schädlicher als sein Artgenosse. Jedoch können Stickoxide zu Bronchitis oder Husten führen. Vor allem in Städten kann die erhöhte Konzentration dieser Reizgase die Gesundheit der Stadtbevölkerung nachhaltig schädigen.

Diverse EU-Staaten und auch Schweizer Städte befinden sich derzeit in der Debatte Diesel-Autos von der Stadt zu verbannen. Dabei gelten vor allem ältere Modelle als Gesundheits- und Klimasünder. Diese sind Teils ohne Partikelfilter unterwegs.

Diesel-PWs verschwinden

Wie oben erwähnt verkehren gesamteuropäisch rund 44% aller Personenwagen mit Diesel. Im Vergleicht zur Schweiz sind das 15% mehr. Doch auch in Europa ist dieser Trend rückläufig. So ist der Anteil an Dieselfahrzeugen in den letzten Jahren (seit 2011) von 55% auf 44% gesunken.

Möglicher Grund dafür ist mitunter der VW-Abgasskandel (2013), der den Ruf des Diesel-Motors gegenüber den Konsumenten in den «Dreck» gezogen hat. Dies obwohl wir gerade festgestellt haben, dass der Benzin-Motor aufgrund des erhöhten Kohlenstoffdioxid-Ausstosses eine höhere Umweltbelastung darstellt. Ein weiterer Grund für den Rückgang ist die Gesundheit. Diesel belastet die Atemwege und wird womöglich bald aus den meisten europäischen Städten verbannt sein.

In Paris beispielsweise werden Diesel-Fahrzeuge bis 2024 vollständig von den Strassen verschwinden. Barcelona möchte ältere Diesel-Modelle bis 2020 vollständig von den Strassen der Stadt verbannen. In den nordischen Städten Oslo, Kopenhagen und Schweden sollen die Fahrzeuge auch bald nicht mehr in der Innenstadt zu sehen sein.

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